Sonntag 17. März 2013gefördert durch die Stadt München - 17:00 Uhr

  zur Werkeinführung

 

 

 

Karol Szymanowski Stabat Mater Francis Poulenc
(1882-1937)   (1899-1963)
Karol Szymanowski komp. 1925/1926   komp. 1950 Francis Poulenc
 
Silke Mändl, Sopran
Maria Zeichart, Alt
Andreas Schmidt, Bariton

Paul-Gerhardt-Chor
Junges Ensemble München

Leitung Ilse Krüger

 

Ost und West - Szymanowski und Poulenc - Stabat Mater

Bis in die Gegenwart vertonen namhafte Komponisten (Rihm 2000, Jenkins 2008) verschiedenster Nationen dieses mittelalterliche Gedicht um die schmerzerfüllte Mutter am Kreuz des Sohnes.
Chorleiterin Ilse Krüger hat wohlbedacht für dieses Passionskonzert zwei moderne Kompositionen unterschiedlicher Kulturkreise des letzten Jahrhunderts ausgewählt: die des polnischen Komponisten Karol Szymanowski  (erstmalig aufgeführt 1929 in Warschau) und des Franzosen Francis Poulenc (1950 in Birmingham).

Wie schaffen es die Komponisten, anhaltende Klage, Schmerz und Flehen musikalisch vielfältig und sensibel auszudrücken? 
Szymanowski gelingt es, in durchaus moderner Umsetzung, eine zeitlose musikalische Stimmung zu erzeugen. Er verwendet Elemente "Alter Musik" ebenso wie Anklänge an volkstümliche geistliche Lieder seiner Heimat. Die zarten, transparenten Klänge dieses Werkes entrücken die Zuhörer sanft, dramatischer Ausdruck und düstere Celloklänge halten sie in Spannung. Am Ende des Werkes lassen die vereinten Stimmen von Chor und Solisten auffällig melodiös das Paradies erahnen.

Poulenc teilt den Text in zwölf Sequenzen auf  (Szymanowski in sechs) und schafft sich so die Möglichkeit, besonders häufig die Stimmung zu wechseln. Er lässt die Zuhörer schwelgen in opulenten Klängen einerseits und umfängt sie andererseits mit inniger Gebetshaltung. Im letzten Satz stehen sich dunkle Passagen und der die jubelnden Chorstimmen überstrahlende Solosopran (übrigens die einzige Solostimme in diesem Werk) gegenüber. Vielschichtig und immer ruhiger werdend erklingt in Wiederholungen die zuversichtliche Hoffnung auf das Paradies. Nach so viel Wohlklang setzt das Orchester einen dissonanten Schlusspunkt. Es klingt, als wollte Poulenc einfach ein Ausrufezeichen ans Ende setzen.
Paradisi gloria, des Paradieses Herrlichkeit - darauf hoffen wir alle, und bis dahin bleibt uns die endlose Herrlichkeit der Musik!

Andrea Schneider

 

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