Motettenkonzert - 27.06.2017

Dienstag, 27. Juni, 20 Uhr

Motettenkonzert zum Reformationsjubiläum
 
"Allein auf Gottes Wort"
500 Jahre evangelische Chormusik
 
Werke von: J. Walter, H. Schütz, J. S. Bach, F. Mendelssohn, J. Brahms, Thomas Jennefelt u.a.
 
Paul-Gerhardt-Chor
Leitung: Ilse Krüger
 
"Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott …".  
So beginnt das Johannesevangelium, und diese Anfangsworte sind das Motto des
Reformationsjubiläums, denn die Rückbesinnung auf das Wort Gottes war der
wichtigste Impuls der Reformation.
In unserem Motettenkonzert zum 500jährigen Jubiläum der Reformation lassen
wir evangelische Kirchenmusik aus diesem Zeitraum erklingen. Eine Motette ist
ein mehrstimmiger Gesang, bei dem das gesungene Wort im Vordergrund steht.

Johann Walters Motette „Allein auf Gottes Wort“ eröffnet das Konzert und stellt
das Anliegen der Reformation in heiterer C-Dur Vertonung prägnant und beispiel-
haft dar. Johann Walter (1496-1570), der „Urkantor“, war gemeinsam mit Martin
Luther wegweisend für die evangelische Kirchenmusik, denn sie setzten sich beide
gleichermaßen für die Zusammengehörigkeit von Theologie und Musik ein.

Zu allen Zeiten haben Komponisten die jeweils aktuelle und ihre individuelle
Tonsprache verwendet, um den Inhalt der vertonten Bibeltexte und Gebete für
die Gemeinde - Zuhörer und Ausführende - möglichst unmittelbar erlebbar,
fühlbar zu machen, und sie haben den Worten damit größere Eindringlichkeit
verliehen, als es der gesprochene Vortrag vermag.

Die „Geistliche Chormusik“ von Heinrich Schütz (1585-1672) gilt als das
bedeutendste Motettenwerk des 17. Jahrhunderts. Daraus stammt, sechsstimmig
besetzt, die Stimmen fein untereinander verwoben, „Ich bin ein rechter
Weinstock“
.

Johann Sebastian Bach, dessen Genialität, Werkfülle und Einfluss die evangelische
Kirchenmusik unendlich viel verdankt, hat mit „Jesu, meine Freude“, seiner
umfangreichsten Motette, neben seinen Passionen einen weiteren Beweis seines
theologischen Wissens und Verständnisses erbracht. Textlich besteht sie aus den
fünf Strophen des Chorals „Jesu, meine Freude“ von Johann Franck mit
eingefügten Zitaten aus dem Römerbrief. Die Kernaussage des Werks ist „Ihr aber
seid nicht fleischlich, sondern geistlich“, vertont als Fuge an zentraler Stelle.

Ganz im Geiste der Reformation und passend zur Jahreslosung 2017:  
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“
(Hesekiel 36,26), erklingt aus der Zeit der Romantik „Schaffe in mir, Gott, ein rein
Herz“
von Johannes Brahms. Der Wunsch nach Erneuerung, Stärkung, Annahme
und Trost ist eindrücklich fünfstimmig vertont und stärkt sich in der fröhlichen Bitte
„und der freudige Geist erhalte mich“.

Der schwedische Komponist Thomas Jennefelt (*1954) hat 2016 Martin Luthers
„Verleih uns Frieden gnädiglich“ neu gesetzt und mit diesem musikalischen
Beispiel für die Aktualität von Luthers Anliegen ist der Bogen bis heute gespannt.

 „Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel,
sie macht die Leute fröhlich und man vergißt über sie alle Laster.“
  - Auch Luther
hätte Ihnen den Besuch dieses Konzerts sicher empfohlen!
 
Andrea Schneider

 

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